Teil II: Leseverstehen / Texte
| Website: | Plattform für Weiterbildung und Internationalisierung der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf |
| Kurs: | International Network in Agricultural Management and Rural Development |
| Buch: | Teil II: Leseverstehen / Texte |
| Gedruckt von: | Gast |
| Datum: | Donnerstag, 7. Mai 2026, 15:54 |
1. Glücksforschung
DIE SUCHE NACH DEM SCHLÜSSEL ZUM GLÜCK
Quelle: http://www.spektrum.de/thema/gluecksforschung/1166323Was sind Merkmale[i] positiver Emotionen?
Was sind die Bedingungen[ii] für Glück?
Und wie kann man sein eigenes Glück ganz konkret steigern[iii]?
Diese Fragen stellt sich die "positive Psychologie".
Lange Zeit konzentrierten Forscher sich nur auf die negativen Emotionen der Menschen. Die "positive Psychologie" stellt nun die schönen Gefühle in den Mittelpunkt. Und dafür gibt es gute Gründe: Denn Vorbeugen[iv] ist leichter als heilen[v], auch bei psychischen Erkrankungen. Laut Studien schützt uns eine optimistische Lebenseinstellung am besten vor den psychischen Folgen von dramatischen Ereignissen[vi].
Zweitens hängen Psyche und Immunsystem eng zusammen: Fröhliche Menschen haben ein besseres Immunsystem, werden schneller wieder gesund und leben länger. Investitionen, um die Bevölkerung insgesamt glücklicher und zufriedener zu machen, sind also hilfreiche Maßnahmen[vii] einer gut funktionierenden Gesundheitspolitik.
Glücklichsein soll man jedoch nicht verwechseln mit "Spaß haben": Kurzzeitige Hochgefühle, wie sie manche bei einer schnellen Fahrt in einem Porsche haben, sind nicht der Schlüssel zum dauerhaften[viii] Glücklichsein. Viele Psychologen halten daher die "altmodischen" moralisch guten Eigenschaften[ix] für wichtig: Mut[x], Achtsamkeit[xi], Hilfsbereitschaft[xii], Gerechtigkeit[xiii]. Wer sie beachte, sei auf dem besten Weg. Vielleicht ist die individuelle Suche nach Glück sogar eine Voraussetzung[xiv] für ein friedliches[xv] Miteinander-Leben.
Fragen zum Text:
Glücksforschung ist wichtig,...
a) da die positiven Emotionen im Leben im Mittelpunkt stehen.
b) da Glücklichsein uns vor schweren psychischen Erkrankungen schützen kann.
c) da glückliche Menschen nie schwer krank werden.
Das Immunsystem …
a) funktioniert unabhängig davon, ob wir glücklich sind oder nicht.
b) ist stärker bei Leuten, die viel Spaß haben.
c) von unglücklichen Menschen ist schwächer.
[i] Merkmal -e: Charakteristika, Eigenschaft;
[ii] Bedingung -en: etwas, das man für etwas braucht, z:B. Führerschein ist Bedingung, Auto fahren zu dürfen
[iii] steigern: intensivieren, verbessern
[iv] vorbeugen: etwas tun, damit etwas Schlechtes nicht passiert; z.B. mit Vitaminen kann man Erkältungen vorbeugen.
[v] heilen: gesund machen; e Heilung: Prozess des Gesundwerdens
[vi] Ereignis-se: eine besondere Situation; Verb: sich ereignen; z:B. Gestern hat sich ein Unfall ereignet.
[vii] Maßnahme -n: Handlung, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen;
[viii] dauerhaft: für lange Zeit
[ix] Eigenschaft -en: Charakteristika
[x] Mut: Gegenteil von Angst; Adj.: mutig; z.B. Er war mutig und ist vom Turm gesprungen.
[xi] Achtsamkeit: Aufmerksamkeit;
[xii] Hilfsbereitschaft: Adj. hilfsbereit: Menschen, die gerne helfen sind hilfsbereit
[xiii] Gerechtigkeit: Adj.: gerecht ; z.B. Der Richter entscheidet gerecht.
[xiv] Voraussetzung: = Bedingung
[xv] friedlich: Frieden: Gegenteil von Krieg
2. In den Sattel
UNI GÖTTINGEN
Quelle: http://www.zeit.de/2014/15/fahrrad-uni-goettingen-patrick-lajoie
In den Sattel[i], Kommilitonen!
Bei Patrick Lajoie können ausländische Studenten das Fahrradfahren lernen. VON CHRISTOPHER PILTZ
DIE ZEIT: Sie bringen internationalen Studenten an der Uni Göttingen das Fahrradfahren bei[ii]. Warum machen Sie das?
Patrick Lajoie: Im vergangenen Jahr erzählte mir ein chinesischer Student, dass seine neuen Freunde hier ihn zu einem Ausflug eingeladen hatten. Es war Sommer, sie wollten im See schwimmen. Doch der liegt einige Kilometer außerhalb der Stadt, ohne Rad kommt man da kaum[iii] hin. Er konnte aber nicht Fahrrad fahren, also hat er abgesagt. Es war nicht das erste Mal, dass internationale Studenten mir erzählten, es sei schwer für sie, Teil einer Gruppe zu werden, weil sie nicht so mobil sind.
ZEIT: Können die Studenten nicht einfach mit dem Bus fahren? Es gibt schließlich ein Semesterticket.
Lajoie: Das gibt es hier in Göttingen erst ab dem kommenden Wintersemester. Zurzeit müssen Studenten für jede Busfahrt zahlen, ein Ticket kostet 2,10 Euro. Außerdem geht es auch darum, zur Gruppe zu gehören. Eine Teilnehmerin aus meinem Kurs hat mir erzählt, sie müsse bisher[iv] nach Partys immer zu Fuß nach Hause laufen, während alle Freunde mit dem Rad führen[v]. Das nervt sie. Radfahren lernen ist also Teil der Integration.
ZEIT: Wie groß ist das Interesse an dem Kurs?
Lajoie: Sehr groß, wir hatten 16 Anmeldungen, aber nur zehn Plätze. Es haben sich fast nur Frauen angemeldet, hauptsächlich aus asiatischen Ländern.
ZEIT: Keine von ihnen konnte Rad fahren?
Lajoie: Nein, einige durften es zu Hause nicht lernen. Ihre Eltern meinten, die Jungen könnten doch Fahrrad fahren, das reiche aus. Oder aber: Radfahren in der Stadt sei viel zu gefährlich, sie sollten das lieber lassen. Bei anderen lag[vi] es einfach am Geld.
ZEIT: Wer bringt ihnen jetzt das Fahren bei?
Lajoie: Wir haben zwei Trainer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs engagiert. Die Kurse dauern zwei Wochenenden, insgesamt 15 Stunden. Wir haben einen Platz gestellt bekommen, auf dem sonst Skater fahren. Der ist ruhig gelegen und flach[vii]. Trotzdem fällt es vielen anfangs nicht leicht[viii], die Balance zu halten.
ZEIT: Wie schwer ist es denn für Erwachsene, Rad fahren zu lernen ?
Lajoie: Es ist deutlich schwerer als für Kinder. Man steigt nicht mehr ohne Furcht[ix] aufs Fahrrad, sondern hat Angst zu stürzen[x]. Einige Teilnehmerinnen hatten schon vorher versucht, sich selbst Radfahren beizubringen, und sind häufig hingefallen. Bei denen musste erst einmal eine Blockade gelöst werden, damit sie sich wieder auf das Rad trauen[xi].
Aufgaben zum Text:
1. Viele ausländische Studenten haben Schwierigkeiten, Teil einer Gruppe zu werden, weil...
a) sie manche Orte schlechter erreichen können.
b) sie als Ausländer seltener eingeladen werden.
c) weil sie kein Geld für ein Fahrrad haben.
2. Ein Problem ist, dass...
a) das Studententicket zu teuer ist.
b) es momentan kein Studententicket gibt.
c) nach Partys am Abend oft keine Busse mehr fahren.
3. Viele asiatische Studentinnen können nicht Fahrrad fahren, ....
a) weil sie in China Fahrrad fahren zu gefährlich gefunden haben.
b) weil ihre Eltern aus verschiedenen Gründen dagegen waren.
c) weil es Mädchen in China verboten ist, alleine Fahrrad zu fahren.
4. Kinder lernen leichter Fahrrad fahren, …
a) weil sie weniger ängstlich aufs Rad gehen.
b) weil sie seltener stürzen.
c) weil man als Kind alles leichter lernt.
Lückentext: Setzen Sie Verben in der korrekten Form ein:
beibringen – stürzen – trauen – gehören – liegen – lösen
Einige ausländische Studenten haben weniger Kontakte, weil sie nicht Fahrrad fahren können. Sie deshalb zu keinem festen Freundeskreis. Dass sie nicht Fahrrad fahren können, daran, dass sie es in ihrer Heimat nicht gelernt hat. Jetzt sie sich oft nicht, alleine Fahrrad fahren zu lernen. Sie haben oft Angst, zu . Deswegen möchte ihnen ein Student das Radfahren . Zuerst versucht er, die Ängste der Studenten vor dem Fahrrad und vor Stürzen zu .
[i] Sattel,- : gepolsterter Sitz, zum Sitzen auf dem Fahrrad (oder auf dem Pferd)
[ii] jdm. etw. beibringen: jdm Kenntnisse/Fähigkeiten vermitteln; jdn. in etw. unterrichten;
[iii] kaum: fast nicht; hier: schlecht;
[iv] bisher: bis jetzt
[v] führen: hier: Konjunktiv von fahren
[vi] liegen an + Dat.: etwas ist die Ursache, der Grund für etwas. z.B.: Es lag am Regen, dass das Fußballspiel ausfallen musste.
[vii] flach: ohne Berge, ohne Steigung
[viii] leichtfallen + Dat.: etw. ist leicht für jdn. Gegenteil: schwerfallen
[ix] Furcht: e Angst; Verb: sich fürchten vor + Dat.
[x] stürzen; ist gestürzt: fallen; Nomen: r Sturz -“e
[xi] sich trauen: keine Angst haben, etw. zu tun; mutig sein
3. SOZIALE MEDIEN
Mehr Stress wegen Twitter, Facebook und Co?
http://www.spektrum.de/news/mehr-stress-wegen-twitter-facebook-und-co/1327757
Aufgabe: Setzen Sie das passende Wort in die Lücken ein
Ständige Erreichbarkeit empfinden[i] manche als ärgerlich und stressig - für andere ist es ein Glück, mit Freunden über Internet und Co. leichter Kontakt (1) zu können. Erhöhen[ii] oder senken[iii] soziale Medien also sozialen Stress?
von Jan Osterkamp
Nutzen und Nachteile der neuen sozialen Medien für die Psyche sind unter Wissenschaftlern ein Streitthema: Viele (2) sich, dass mit Facebook, Twitter und Co auch der Druck auf den Einzelnen zunimmt, die neuen Möglichkeiten möglichst (3) benutzen zu müssen. Dass man immer und überall erreichbar sein muss, erhöhe damit den sozialen und kommunikativen Stress und könne für (4) sorgen. Ein Team von Sozialwissenschaftlern möchte in diesem Punkt nun gerne Entwarnung[iv] geben: Sie kommen zu dem (5), dass auch Dauernutzer nicht leiden[v] – und Frauen, die über Netzwerke mit anderen im Austausch stehen, sogar weniger Stresssymptome als der (6) zeigen.
Die Demografen vom Meinungsforschungsinstitut Pew Research Center hatten 1800 US-Amerikaner befragt, ihre Mediennutzung analysiert und nach dem Perceived Stress Scale (PSS) eingestuft[vi], wie hoch die individuelle (7) ist. Insgesamt zeigten sich dabei am Ende keine statistisch relevanten Unterschiede zwischen Männern und Frauen oder den gut[vii] 1000 Nutzern von sozialen Netzwerken und den knapp[viii] 800 ohne solche Accounts.
Dieses Ergebnis war überraschend, denn man hatte einen Unterschied allein schon deshalb zu erwartet, weil der Einzelne ja mit zunehmender Kommunikation und Information auch von mehr belastenden Ereignissen[ix] (8): Wie die Forscher herausfanden, erfahren die Nutzer über Facebook und Co zwischen 8 und 13 Prozent häufiger von belastenden Ereignissen wie Todesfällen oder Trennungen in ihrem weiteren (9), was den eigenen Stress erhöhen könnte. 10) war als Einzelergebnis, dass Frauen, die mehrmals täglich auf Twitter kommunizieren, Fotos teilen und viele E-Mails bekommen, tatsächlich im Vergleich zum Durchschnitt ein um 21 Prozent reduziertes persönliches Stressniveau erreichten.
"Die von uns erhobenen Daten[x] (11) keinerlei Hinweis darauf, dass die Nutzer der neuen digitalen Medien stärker gestresst sind als andere", (12) Studienleiter Keith Hampton von der Rutgers University zusammen.
a) halten b) suchen c) machen
a) sorgen b) fragen c) kümmern
a) stehend b) ständig c) zuständig
a) Überlastung b) Entlastung c) Unterlastung
a) Erkenntnis b) Ereignis c) Ergebnis
a) Abschnitt b) Durchschnitt c) Mittelschnitt
a) Leiden b) Belastung c) Stressempfinden
a) erfährt b) informiert c) kennenlernt
a) Umfeld b) Umgebung c) Gebiet
a) Zufällig b) Auffällig c) Anfällig
a) zeigen b) bringen c) liefern
a) hält b) fasst c) erklärt
[i] empfinden = fühlen, wahrnehmen; z.B. Ich empfinde die Sonne als angenehm.
[ii] erhöhen = höher machen; Der Geschäftsmann erhöht die Preise
[iii] senken = niedriger machen; Der Vermieter senkt die Miete, aber: die Miete sinkt.(!)
[iv] Entwarnung: Beendigung einer Warnung, eines Alarms. Gegenteil: e Warnung; Verb: warnen vor + Dat.
[v] leiden (+ an) / (+ unter): es geht jdm. schlecht; z.B.: Er leidet an Diabetes (Krankheit). Sie leidet unter dem Stress (Situation).
[vi] einstufen: etw. /jdn. einordnen; z.B. Die Studenten werden nach einem Einstufungstest in verschiedene Gruppen eingeteilt.
[vii] gut: hier etwas mehr als..
[viii] knapp: etwas weniger als
[ix] Ereignis -se: eine besondere Situation;
[x] Daten erheben: Daten/Informationen sammeln und analysieren für eine Statistik;
4. Mein Vater, der Pflegefall
Quelle: http://www.zeit.de/studium/uni-leben/2015-01/demenz-vater-pflegeAndere Väter helfen ihren Kindern beim Umzug oder beim Ausfüllen von Formularen, mein Vater allerdings[i] ist dement und pflegebedürftig[ii]. Aber im Umgang[iii] mit ihm habe ich mehr gelernt als in meinem Studium.
EIN LESERARTIKEL VON MARION EINSIEDLER
Hallo, ich bin Marion, studiere Medizin in München und unterrichte neben meinem Studium an der Uni. In meiner Freizeit tanze ich Ballett. Mein Vater ist Personalchef in einer großen Firma. Guter Job, hohes Ansehen[iv]. Er ist ein stolzer Mann, der seine Tochter gern präsentiert...
… Schön wäre es! … Ich studiere zwar tatsächlich[v], habe mir aber einen sozialwissenschaftlichen Masterstudiengang ausgesucht, der mich direkt in die Arbeitslosigkeit führen wird. Meine Jobperspektiven sind sehr schlecht. Ballett tanze ich seit vier Jahren nicht mehr. Ich unterrichte auch nicht an der Uni, sondern arbeite als Aushilfssekretärin in einem kleinen Unternehmen[vi], um Geld zu verdienen. Das ist meine Realität.
Auch das, was ich über meinen Vater gesagt habe, stimmt nicht. Er ist in Wirklichkeit dement und wohnt, mit 58 Jahren, in einem Pflegeheim[vii] in Baden-Württemberg, wo er sich ein 14 Quadratmeter großes Zweibettzimmer mit einem 93-jährigen Alzheimerpatienten teilt. Vor drei Jahren hat er in Folge einer MS (Multiple Sklerose)-Erkrankung sein Auto völlig kaputt gefahren. Totalschaden[viii]. Seitdem sitzt er im Rollstuhl. Er kümmert sich liebevoll um die anderen Heimbewohner, die im Durchschnitt[ix] 30 Jahre älter sind als er.
Während andere Väter ihren studierenden Kindern bei verschiedenen alltäglichen Dingen oder beim Umzug helfen, habe ich für ihn Anträge auf eine Betreuung ausgefüllt. Ich habe seine Waschmaschine verkauft und seine Schränke ausgeräumt. Ich schiebe[x] ihn im Rollstuhl über den Waldweg, den er unbedingt entlanggefahren werden möchte.
"I am out of order", sagt er plötzlich eines Sonntags, als ich ihn wieder einmal im Rollstuhl spazieren fahre. Ich freute mich, dass er noch Englisch konnte und war gleichzeitig überrascht über seine Worte. Während mir dieser Satz monatelang nicht mehr aus dem Kopf ging, lachte mich mein Vater schon fünf Minuten später an, weil die Sonnenstrahlen so schön durch die Bäume schienen[xi]. Später saßen wir noch zusammen auf der Terrasse des Heims. Ich trank einen Cappuccino, während mein Vater aus seiner Studentenzeit erzählte. Ich genoss[xii] es, seinen Geschichten zu lauschen[xiii] und lehnte[xiv] mich zum ersten Mal seit langer Zeit entspannt zurück.
Durch seine Krankheit und den Unfall hat sich das Verhältnis[xv] zu meinem Vater verändert. Es ist ein Verhältnis, das viele meiner Kommilitonen zunächst nicht verstehen können und vielleicht nicht verstehen wollen. Nachdem es mich lange Zeit belastet[xvi] und mein Studium erschwert hat, habe ich inzwischen[xvii] meinen Platz zwischen Pflegeheim und Uni, zwischen Nebenjob und Behörden[xviii] gefunden. Ich habe akzeptiert, dass ich für meinen Vater nicht mehr nur Studentin und Tochter, sondern auch Freundin, Betreuerin und Managerin bin.
Bei meiner Abiturfeier[xix] verabschiedete sich der Schuldirektor mit folgenden Worten: "Denkt daran: Ihr lernt nicht für die Schule oder die Universität, sondern fürs Leben." Damals fand ich diesen Spruch[xx] weder originell noch hatte er für mich eine tiefere Bedeutung. Heute würde ich ihm bedingungslos[xxi] zustimmen.
Oft frage ich mich, wie viel Wissen ich im Laufe meines Studiums tatsächlich erworben[xxii] habe und ob mir das zu einem Job verhelfen wird. Die Kompetenzen, die ich im Umgang mit meinem Vater, seinen Krankheiten und den Behörden bekommen habe, haben mein Leben aber ohne Frage bereichert[xxiii]. Jedes Lächeln, jeder Händedruck meines Vaters zeigen mir, dass die Zeit in Hörsälen[xxiv] und Seminarräumen nur ein Teil der Erfahrungen ist, die ich während meiner Studentenzeit gemacht habe. Und dieser Teil ist vermutlich[xxv] nicht der bedeutendste.
Dieser Text ist Teil der Serie "Studenten und Eltern". Uns interessiert: Wie erleben unsere Leser ihren Auszug beziehungsweise den ihrer Kinder? Welche Probleme gibt es, welche schönen Erlebnisse?
Textzusammenfassung:
Setzen Sie folgende Wörter in der richtigen Form in die Lücken ein:
schieben - Erfahrung - Umgang - genießen - Unternehmen - pflegebedürftig - Belastung - erledigen
Die Studentin Marion berichtet über den mit ihrem dementen Vater. Sie hat einen Nebenjob in einem kleinen . Allerdings muss sie sich auch noch um ihren Vater kümmern, der ist. Marion muss viel für ihren Vater , zum Beispiel Formulare ausfüllen. Außerdem sie ihn oft im Rollstuhl spazieren. Die Zeit mit ihm ist zwar anstrengend, aber sie es auch, mit ihm zusammen zu sein. Anfangs war für sie die sehr groß, inzwischen hat sie sich an ihren Alltag gewöhnt. Sie ist der Meinung, dass sie durch die Pflege ihres Vaters eine sehr wichtige gemacht hat.
[i] allerdings: Syn. aber, jedoch
[ii] pflegebedürftig: eine Person, die Pflege braucht; Kompositum aus: Pflege / bedürftig;
bedürfen + Gen: Syn. brauchen; z.B.: Die Firma bedarf neuer Mitarbeiter ;
Bedarf: Die Firma hat einen hohen Bedarf an Personal;
[iii] Umgang; hier: Kontakt; auch: die Art und Weise, wie man jdn. od. etw. behandelt; z.B. Ich muss den Umgang mit dem Computer noch lernen.
umgehen mit Syn. jdn. od. etw. irgendwie behandeln: z.B. Der Chef geht freundlich mit den Kollegen um.
[iv] Ansehen: hier: Syn. Reputation; z.B: Der Präsident genießthohes Ansehen.
[v] tatsächlich: Syn.:wirklich
[vi] Unternehmen: Syn: Firma
[vii] Pflegeheim: Pflege + Heim: Ort, wo Pflegebedürftige leben und betreut werden
[viii] Totalschaden: total + Schaden: etw. ist kaputt; Adj.: beschädigt: z.B.: Das Auto ist durch den Unfall beschädigt.
[ix] Im Durchschnitt: Durchschnitt: der Mittelwert; der Betrag, den man bekommt, wenn man etw. addiert und durch die Anzahl der Beträge dividiert; Adj. durchschnittlich
[x] schieben, schob, geschoben:etw. Durch Drücken vorwärts bewegen
[xi] schien: Präteritum von scheinen
[xii] genoss: Präteritum von genießen: an einer Sache Freude, Spaß haben; Nomen: r Genuss
[xiii] lauschen: etw. aufmerksam, konzentriert hören;
[xiv] (sich) lehnen: z.B. Er lehnt das Fahrrad an die Hauswand. = Er stellt das Fahrrad schräg an die Hauswand.
[xv] Verhältnis -se: Beziehung zu etw. od. jdm.
[xvi] belasten: etw. ist sehr schwer für jdn. od. etw.; z.B. Die Probleme belasten mich. oder: Nach der Operation darf er sein Knie nicht belasten. Nomen: e Belastung-en. z.B. Der Stress ist für mich eine Belastung.
Gegenteil: Entlastung. z.B.: Durch den neuen Kollegen bekomme ich bei der Büroarbeit Entlastung.
[xvii] inzwischen: nach einer gewissen Zeit; z.B. Ich lerne jetzt 5 Monate und inzwischen spreche ich ganz gut.
[xviii] Behörde -n: Syn: s Amt - „er
[xix] Abiturfeier -n: s Abitur = Schulabschluss nach dem Gymnasium + e Feier -n
[xx] Spruch -“e: ein Satz, den man sich leicht merken kann und der eine Lebensregel ausdrückt
[xxi] bedingungslos: Syn. uneingeschränkt, ohne Einschränkung; z..B.: Der Hund liebt seinen Menschen bedingungslos, egal was passiert.
[xxii] erwerben, erwarb, erworben: etw. durch aktives Tun bekommen; z.B. Sie hat in ihrem Studium viel Wissen erworben. etw. kaufen; z.B. Ich habe ein neues Auto erworben. Nomen: r Erwerb; e Erwerbstätigkeit = Arbeit;
[xxiii] bereichern: reicher an etw. machen; z.B: Die Freundschaft hat mein Leben bereichert.
[xxiv] Hörsaal, e Hörsäle: ein großer Raum für Vorlesungen in der Universität;
[xxv] vermutlich: Syn. wahrscheinlich; Verb: vermuten
5. Wie plane ich ein Gap Year?
Quelle: http://www.zeit.de/campus/2014/s2/gap-year-bachelor-auslandsaufenthalt
Ordnen Sie die Textabschnitte A – D den entsprechenden Teilüberschriften zu.
- Schritt eins: Herausfinden, was man will
- Schritt zwei: Finanzielles regeln
- Schritt drei: Visa, Impfungen, Post
- Schritt vier: Zeit danach vorbereiten
Die Bachelorarbeit ist fertig: Fünf Schritte, mit denen man das Jahr ohne Uni organisieren kann. VON KATHARINA WAGNER
A
Wenn die nächsten Wochen und Monate organisiert sind, sollte man auch über die Zeit nach dem Auslandsaufenthalt[i] nachdenken. Wer schon weiß, dass er auf jeden Fall einen Master machen möchte, sollte sich darüber informieren, welche Unterlagen[ii] und Voraussetzungen[iii] er für die Bewerbung bei seinem Wunschstudiengang braucht. Ist ein Motivationsschreiben nötig oder eine Empfehlung von einem Professor? Sinnvoll ist es auch, sich zu notieren, wann man sich für welchen Studiengang bewerben muss. So muss man sich während des kommenden Jahres nicht darum kümmern. Und wenn man schon weiß, dass man während der Bewerbungszeit in Neuseeland bei der Apfelernte[iv] helfen wird, ist es gut, wenn man alle Dokumente vorbereitet hat: Eltern oder Freunde müssen sie dann nur noch pünktlich abschicken.
B
Hat man noch kein Geld für die Zeit im Ausland zurückgelegt, sollte man sich jetzt schnell um die Finanzierung kümmern und zum Beispiel einen Nebenjob suchen. Nach dem Bachelorabschluss verliert man den günstigen[v] Studentenstatus: Viele Ermäßigungen[vi] fallen weg, auch die Krankenversicherung wird teurer, bei bezahlten Praktika muss man höhere Sozialabgaben[vii] zahlen. Ab 25 bekommt man kein Kindergeld mehr. Ein Gap Year kann viel Geld kosten. Die Gebühr, die private Anbieter verlangen[viii], um ein Auslandspraktikum zu vermitteln[ix], kann bei mehr als 1.000 Euro liegen. Der Vorteil: Die Anbieter kümmern sich um das Visum und die Unterkunft[x], und meist gibt es auch eine Einführungswoche[xi]. Günstiger, aber risikoreicher ist es, alles selbst zu organisieren.
C
Zuerst sollte man sich fragen, was man sich von der Auszeit erhofft und was man in den nächsten Monaten erreichen[xii] möchte. Eine Sprache lernen? Die Welt sehen? Am besten die Ziele auf ein Blatt Papier schreiben, dann sind sie klar und man wird sie leichter erreichen. Soll das Ziel zum Berufswunsch passen? Jemand, der Lehrer werden möchte, könnte in Guatemala mit Straßenkindern arbeiten, ein Germanist an das Goethe-Institut nach Bangkok gehen, und ein Ingenieur könnte an einem Projekt von Ingenieure ohne Grenzen teilnehmen[xiii]. Wer das Gap Year nutzen will, um den Arbeitsmarkt kennenzulernen, kann sich Praktika suchen. Das Career Center der Uni hilft bei der Suche. Wichtig ist nur, dass man sich vorher gut überlegt, was sich sinnvoll kombinieren lässt: zum Beispiel zuerst ein Sprachkurs und dann ein Praktikum im Ausland oder zuerst ein Praktikum und dann anschließend noch durch das Land reisen.
D
Wenn man weiß, wo und wie man das Jahr verbringen will, muss man klären, für welche Länder man ein Visum braucht, und es rechtzeitig[xiv] beantragen. Für Myanmar beträgt die Bearbeitungszeit etwa zwei Wochen, für den Iran sind es zehn Tage. Bei der Krankenkasse kann man nachfragen, gegen welche Krankheiten man sich impfen[xv] lassen muss. Impfungen können lange dauern. Wenn man auf Reisen ist, sollte man vorher klären, wohin man sich wichtige Post senden lässt. Vielleicht wartet man noch auf sein Bachelorzeugnis[xvi]– oder die Zusage[xvii] einer Uni für einen Masterstudienplatz. Dann ist es sinnvoll[xviii], einen Freund darum zu bitten, nach der Post zu sehen.
richtig oder falsch?
1- Man kann durch das Gap Year spätere Arbeitsmöglichkeiten kennenlernen
2- Ein Gap Year kann teuer werden, weil man bei privaten Anbietern neben der Vermittlung auch noch die Wohnung zahlen muss.
3- Für eine Studienbewerbung muss man früher wieder nach Hause kommen.
[i] Aufenthalt -e: Zeit, die man an einem bestimmten Ort verbringt. z.B. Der Reisende hat zwei Stunden Aufenthalt am Flughafen Moskau. Verb: sich aufhalten; z.B.: Der Kriminelle hat sich ein Jahr in Panama aufgehalten.
[ii] Unterlagen: wichtige Dokumente, Papiere
[iii] Voraussetzung -en: Vorbedingung für etw. z.B.: Voraussetzung für diesen Job ist ein Hochschulabschluss.
[iv] Ernte -n: ernten Obst, Getreide, Gemüse, das man angebaut hat, sammeln, wenn es reif ist.
[v] günstig: nicht teuer, preiswert
[vi] Ermäßigung-en: = r Rabatt; man bekommt etwas billiger.
[vii] Sozialabgabe -n: Geld, das an die Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Rentenversicherung gezahlt wird.
[viii] verlangen: = fordern, haben wollen
[ix] vermitteln: weitergeben; jdm zu etw. verhelfen. z.B. Die Lehrerin vermittelt den Schülern Wissen. Das Arbeitsamt hat ihm eine Arbeit vermittelt.
[x] Unterkunft -“e: Platz, wo man wohnen, schlafen kann, z.B. ein Hotel
[xi] Einführungswoche-en: Woche, in der die neuen Studenten in das Studium eingeführt werden. Den neuen Studenten wird alles Neue erklärt, gezeigt.
[xii] erreichen: zu einem Ziel kommen. z.B: Er hat das beste Ergebnis erreicht. Adj. erreichbar. z.B. Er ist telefonisch ab 8 Uhr erreichbar.
[xiii] teilnehmen an + Dat : bei einem Projekt, Kurs etc. mitmachen.
[xiv] rechtzeitig: nicht zu spät z.B. du musst rechtzeitig gehen, damit du den Bus erreichst.
[xv] impfen: Den Körper gegen eine Infektion immun machen
[xvi] Zeugnis-se: Dokument, das man nach Abschlussprüfungen oder am Ende eine Schuljahres bekommt und das alle Noten zeigt.
[xvii] Zusage -n: positive Antwort, z.B. auf eine Bewerbung, eine Einladung; Gegenteil. e Absage
[xviii] sinnvoll: etw. macht Sinn ist nützlich; Gegenteil: sinnlos