Teil I: Grammatik
9. Konjunktiv I
Beispiel:
Max hat gesagt: „Ich fahre morgen zu meiner Tante.“
! In der Umgangssprache berichtet man im Indikativ, was jemand gesagt hat:
⇛ Max hat gesagt, er fährt morgen/heute zu seiner Tante.
Die Zeit kann sich ändern !
! In der geschriebenen Sprache, besonders in der Presse, im Fernsehen und im Radio ist der Konjunktiv I die korrekte Form für die indirekte Rede:
⇛ Max hat gesagt, er fahre morgen/heute zu seiner Tante.
! Das Personalpronomen, der Possessivartikel und manchmal auch die Orts- und Zeitangaben ändern sich.

! Die Konjunktiv I-Formen haben den normalen Verbstamm (keinen Umlaut, keinen Vokalwechsel), dann folgt das Konjunktiv-e und dann die Personalendung – außer in der 1. Und 3. Person Singular.
In der 1. Person Singular und der 1. und 3. Person Plural und in der Höflichkeitsform „Sie“ unterscheidet sich der Konjunktiv I nicht vom Indikativ. Dann benutzt man den Konjunktiv II.
Verben, die schon ein „e“ haben, bilden auch in anderen Personen Konjunktiv II, zum Beispiel „arbeiten“: du arbeitest => du würdest arbeiten, ihr arbeitet => ihr würdet arbeiten.
Es gibt nur eine unregelmäßige Form:
sein
ich sei wir sei en
du sei (e) st ihr sei e t
er
sie sei Sie/sie sei e n
es
Übung 1: Setzen Sie den folgenden Text in die indirekte Rede.
Beginnen Sie so: Frau Köhler berichtete, sie…
Die 80-jährige Frau Köhler berichtet:
„Ich bin schon 80 Jahre alt, aber ich kann noch viel alleine machen. Ich frühstücke jeden Morgen um 8:00 Uhr, dann gehe ich einkaufen. Mein Mittagessen koche ich mir selbst. Meine Tochter und ihr Mann besuchen mich manchmal und helfen mir bei schweren Arbeiten. Sie arbeiten ja beide und haben deshalb nicht sehr viel Zeit. Ab und zu passe ich auf meine Enkelkinder auf. Sie freuen sich dann immer. Abends sehe ich fern oder lese ein gutes Buch. Ich bin froh, dass es mir noch so gut geht.“
Vergangenheit des Konjunktiv I
! Es gibt nur eine Vergangenheit im Konjunktiv I
Übung 2: Setzen Sie den folgenden Text in die indirekte Rede.
Beginnen Sie so:
In der Zeitung steht, Herr Huber sei .....................
In der Zeitung steht, was Herr Huber vor Gericht ausgesagt hat:
„Ich ging am 9. Februar mit meiner Frau im Stadtpark spazieren. Dort begegnete uns ein junges Mädchen. Wir sahen das Mädchen in der Einkaufsstraße wieder. Es kam aus einem Geschäft und hatte eine große Tasche dabei. Ich dachte mir nichts dabei, aber der Verkäufer lief hinter dem Mädchen her und rief uns zu, wir sollten es aufhalten. Wir stellten uns vor das Mädchen, das dann auch stehen blieb. So konnte der Verkäufer seine gestohlenen Waren zurückbekommen. Bei der Polizei sagte das Mädchen, dass sie vergessen hatte zu bezahlen.“