Teil II: Leseverstehen / Texte
5. Wie plane ich ein Gap Year?
Ordnen Sie die Textabschnitte A – D den entsprechenden Teilüberschriften zu.
- Schritt eins: Herausfinden, was man will
- Schritt zwei: Finanzielles regeln
- Schritt drei: Visa, Impfungen, Post
- Schritt vier: Zeit danach vorbereiten
Die Bachelorarbeit ist fertig: Fünf Schritte, mit denen man das Jahr ohne Uni organisieren kann. VON KATHARINA WAGNER
A
Wenn die nächsten Wochen und Monate organisiert sind, sollte man auch über die Zeit nach dem Auslandsaufenthalt[i] nachdenken. Wer schon weiß, dass er auf jeden Fall einen Master machen möchte, sollte sich darüber informieren, welche Unterlagen[ii] und Voraussetzungen[iii] er für die Bewerbung bei seinem Wunschstudiengang braucht. Ist ein Motivationsschreiben nötig oder eine Empfehlung von einem Professor? Sinnvoll ist es auch, sich zu notieren, wann man sich für welchen Studiengang bewerben muss. So muss man sich während des kommenden Jahres nicht darum kümmern. Und wenn man schon weiß, dass man während der Bewerbungszeit in Neuseeland bei der Apfelernte[iv] helfen wird, ist es gut, wenn man alle Dokumente vorbereitet hat: Eltern oder Freunde müssen sie dann nur noch pünktlich abschicken.
B
Hat man noch kein Geld für die Zeit im Ausland zurückgelegt, sollte man sich jetzt schnell um die Finanzierung kümmern und zum Beispiel einen Nebenjob suchen. Nach dem Bachelorabschluss verliert man den günstigen[v] Studentenstatus: Viele Ermäßigungen[vi] fallen weg, auch die Krankenversicherung wird teurer, bei bezahlten Praktika muss man höhere Sozialabgaben[vii] zahlen. Ab 25 bekommt man kein Kindergeld mehr. Ein Gap Year kann viel Geld kosten. Die Gebühr, die private Anbieter verlangen[viii], um ein Auslandspraktikum zu vermitteln[ix], kann bei mehr als 1.000 Euro liegen. Der Vorteil: Die Anbieter kümmern sich um das Visum und die Unterkunft[x], und meist gibt es auch eine Einführungswoche[xi]. Günstiger, aber risikoreicher ist es, alles selbst zu organisieren.
C
Zuerst sollte man sich fragen, was man sich von der Auszeit erhofft und was man in den nächsten Monaten erreichen[xii] möchte. Eine Sprache lernen? Die Welt sehen? Am besten die Ziele auf ein Blatt Papier schreiben, dann sind sie klar und man wird sie leichter erreichen. Soll das Ziel zum Berufswunsch passen? Jemand, der Lehrer werden möchte, könnte in Guatemala mit Straßenkindern arbeiten, ein Germanist an das Goethe-Institut nach Bangkok gehen, und ein Ingenieur könnte an einem Projekt von Ingenieure ohne Grenzen teilnehmen[xiii]. Wer das Gap Year nutzen will, um den Arbeitsmarkt kennenzulernen, kann sich Praktika suchen. Das Career Center der Uni hilft bei der Suche. Wichtig ist nur, dass man sich vorher gut überlegt, was sich sinnvoll kombinieren lässt: zum Beispiel zuerst ein Sprachkurs und dann ein Praktikum im Ausland oder zuerst ein Praktikum und dann anschließend noch durch das Land reisen.
D
Wenn man weiß, wo und wie man das Jahr verbringen will, muss man klären, für welche Länder man ein Visum braucht, und es rechtzeitig[xiv] beantragen. Für Myanmar beträgt die Bearbeitungszeit etwa zwei Wochen, für den Iran sind es zehn Tage. Bei der Krankenkasse kann man nachfragen, gegen welche Krankheiten man sich impfen[xv] lassen muss. Impfungen können lange dauern. Wenn man auf Reisen ist, sollte man vorher klären, wohin man sich wichtige Post senden lässt. Vielleicht wartet man noch auf sein Bachelorzeugnis[xvi]– oder die Zusage[xvii] einer Uni für einen Masterstudienplatz. Dann ist es sinnvoll[xviii], einen Freund darum zu bitten, nach der Post zu sehen.
richtig oder falsch?
1- Man kann durch das Gap Year spätere Arbeitsmöglichkeiten kennenlernen
2- Ein Gap Year kann teuer werden, weil man bei privaten Anbietern neben der Vermittlung auch noch die Wohnung zahlen muss.
3- Für eine Studienbewerbung muss man früher wieder nach Hause kommen.
[i] Aufenthalt -e: Zeit, die man an einem bestimmten Ort verbringt. z.B. Der Reisende hat zwei Stunden Aufenthalt am Flughafen Moskau. Verb: sich aufhalten; z.B.: Der Kriminelle hat sich ein Jahr in Panama aufgehalten.
[ii] Unterlagen: wichtige Dokumente, Papiere
[iii] Voraussetzung -en: Vorbedingung für etw. z.B.: Voraussetzung für diesen Job ist ein Hochschulabschluss.
[iv] Ernte -n: ernten Obst, Getreide, Gemüse, das man angebaut hat, sammeln, wenn es reif ist.
[v] günstig: nicht teuer, preiswert
[vi] Ermäßigung-en: = r Rabatt; man bekommt etwas billiger.
[vii] Sozialabgabe -n: Geld, das an die Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Rentenversicherung gezahlt wird.
[viii] verlangen: = fordern, haben wollen
[ix] vermitteln: weitergeben; jdm zu etw. verhelfen. z.B. Die Lehrerin vermittelt den Schülern Wissen. Das Arbeitsamt hat ihm eine Arbeit vermittelt.
[x] Unterkunft -“e: Platz, wo man wohnen, schlafen kann, z.B. ein Hotel
[xi] Einführungswoche-en: Woche, in der die neuen Studenten in das Studium eingeführt werden. Den neuen Studenten wird alles Neue erklärt, gezeigt.
[xii] erreichen: zu einem Ziel kommen. z.B: Er hat das beste Ergebnis erreicht. Adj. erreichbar. z.B. Er ist telefonisch ab 8 Uhr erreichbar.
[xiii] teilnehmen an + Dat : bei einem Projekt, Kurs etc. mitmachen.
[xiv] rechtzeitig: nicht zu spät z.B. du musst rechtzeitig gehen, damit du den Bus erreichst.
[xv] impfen: Den Körper gegen eine Infektion immun machen
[xvi] Zeugnis-se: Dokument, das man nach Abschlussprüfungen oder am Ende eine Schuljahres bekommt und das alle Noten zeigt.
[xvii] Zusage -n: positive Antwort, z.B. auf eine Bewerbung, eine Einladung; Gegenteil. e Absage
[xviii] sinnvoll: etw. macht Sinn ist nützlich; Gegenteil: sinnlos